Mit Porzellan zu arbeiten ist etwas Wunderbares, … etwas Leidenschaftliches. In meinen Arbeiten mit Porzellan verbinde ich die Eigenschaften und Fähigkeiten einer Produktdesignerin, die Formen aus der Funktionalität ableitet mit meinem Blick als Fotografin, die auf Details, Licht- und Kantenführungen achtet.

Anfertigen des Kerns

Ich beginne mit Zeichnungen, um Form und Proportionen festzulegen. (Im Bild ist eine Zeichnung von liMona im seitlichen Schnitt zu sehen.)

In der Werkstatt erwecke ich nun die zweidimensionale Zeichnung zum Leben und schnitze den sogenannten Kern aus Gips. (Im Bild ist die Schnuppe der Karaffe in Arbeit)

Der Kern ist die wichtigste Grundlage im Herstellungsprozess eines Porzellanstücks. Er ist somit das Volumenmodell des Produkts mit der Besonderheit, dass er 15 % größer ist, als das eigentliche Produkt. Denn die Schwindung von Porzellan im Brennprozess liegt bei diesen 15 %.

Formen gießen und trocknen

Ist der Gipskern fertig, wird er zunächst mit Schellack behandelt und mit Trennmitteln eingestrichen und so für den nächsten Schritt vorbereitet: dem sogenannten Formgießen. Im Bild sieht man hier den Gipskern von liQuina, der zur unteren Ebene parallel ausgerichtet wird.

Der erste Guss am Kern heißt „Blindguss“. Er dient dazu die erste glatte Innenfläche der Form zu produzieren. Er ist die Grundlage für die Herstellung der Hohlgussform.

Die fertige Gipsform wird für ein paar Tage in einen Trockenraum gestellt, wo die Form komplett austrocknen kann. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, kann die Gipsform zum Eingießen der Produkte verwendet werden.

Eingiessen

Im Hohlgussverfahren wird nun die zähflüssige Porzellanmasse (man kann sich das wie dünnflüssigen Pfannekuchen- oder Crepeteig vorstellen) in die trockene, zusammengesetzte Form gegossen. Der trockene Gips beginnt sofort Flüssigkeit aus der Porzellanmasse zu ziehen. So bildet sich umgehend eine feine Schicht, die sich an der Gipsform absetzt. Diese Schicht wird immer dicker, je länger die Masse sich in der Form befindet. So entsteht die Wandstärke des Produkts. Nach einer bestimmten Zeit gieße ich die restliche flüssige Porzellanmasse wieder aus der Form und so bleibt nur die bis dahin erreichte Wandstärke in der Form zurück.

Entformen

Im nebenstehenden Bild sieht man die geöffnete Form mit dem schon gegossenen Korpus der Karaffe.

Ein Produkt kann auf den ersten Blick dem Auge ein ästhetisches Versprechen geben. Doch erst mit der Nutzung stellt sich heraus, ob im Designprozess auch die Dinge bedacht wurden, die man auf den ersten Blick nicht sieht.

Meine Produkte aus Porzellan

Abstrahiert man den Gedanken einer Karaffe, ist nicht nur die Gestaltung des Gefäßes an sich von Bedeutung, sondern auch der Wasserstrahl, der die Karaffe beim Ausgießen verlässt. Ist er gezielt, ist er fein, ist er breit? Was geschieht mit dem letzten Tropfen? – Probieren Sie es aus!